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Dieser Artikel erschien erstmals im Overland Journal Sommer 2019. (Aufgrund großer Nachfrage erneut veröffentlicht.)
Die letzte Schraube saß fest und ich lächelte. Ich stellte mir vor, wie die nächste Szene aussehen würde: Ich sitze an einem abgelegenen Strand; die Wellen schlagen ans Ufer, während ich im Schatten unter der Markise ein kaltes Bier trinke. Mein Mitreisender gratuliert mir zu dieser klugen Investition, wir relaxen nachmittags in einer leichten Brise und schauen zu, wie andere in der erbarmungslosen Sonne schwitzen. Ein paar Stunden später verstaue ich die Markise genauso schnell, wie ich sie ausgepackt habe. Aber es sollte ganz anders kommen.
Tatsächlich erwartete mich eine Mischung aus falschen Entscheidungen, anstößigen Schimpfworten und einer Szene aus dem Film Twister. Eine moderne Komödie der Irrungen für alle neugierigen Gaffer und Besserwisser. Meine leichte Brise verwandelte die Markise in ein Segel. Mit jeder Böe hoben die Stützstangen ab und fielen um. Heiße Luft wirbelte mir Sand in die Augen, während ich mich abmühte, das Monster zu zügeln. Schließlich hatte ich es geschafft, nur um dann, wenige Stunden später, die ganz Prozedur in umgekehrter Reihenfolge zu versuchen.
Zum Glück war mir dieser erste Versuch eine Lehre. Ich lernte nicht nur, wie und wann eine Markise aufzubauen, sondern auch, welche für einen bestimmten Einsatz die Richtige ist. Hier ein paar Tipps für deine Entscheidungsfindung.
Qualität ist im Hinterland besonders wichtig. Ob Reifen, Zelte, Winden oder Markisen, preiswerte Ausrüstung birgt immer Frust, Mühe und möglicherweise Gefahr. Wichtige Qualitätsmerkmale bei Markisen sind Tasche, Reissverschlüsse, Gestänge und Scharniere. Ist eines dieser Teile minderwertig, verursacht es unterwegs nur Kopfschmerzen—ich spreche aus Erfahrung.
Einfach ist das Motto, insbesondere wenn es um Markisen geht. Je komplizierter das Produkt, desto länger brauchst du für den Auf- und Abbau—und um so seltener wirst du sie nutzen. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich von anderen gehört habe, dass sie Anbauten am Fahrzeug nicht nutzen, weil der Aufwand zu groß ist. Markisen stehen auf der Liste ganz oben.
Die meisten von uns wissen, dass schwere Dachlasten ungünstig sind, also berücksichtige dies auch bei deiner Wahl einer Markise. Eine schwere Markise hat nicht nur Einfluss auf die Leistung, sondern geht auch zu Lasten der zulässigen Dachlast. Willst du ein Dachzelt mitnehmen, könnte dies ein echtes Problem darstellen.
Die Größe ist weniger kritisch als das Gewicht, spielt jedoch auch eine Rolle. Große Markisen verursachen Fahrgeräusche und Luftwiderstand, erhöhen den Verbrauch und beeinträchtigen das Fahrverhalten. Und sie erleiden auf schmalen Pisten eher Schaden.
Obwohl viele der Meinung sind, dass 270°-Markisen effektiver sind als ihre 180°-Alternativen, haben beide Varianten ihre Vor- und Nachteile. Aber zuerst: Wie unterscheiden sie sich? Aus der Vogelperspektive betrachtet, deckt eine 270°-Markise drei Viertel eines Kreises ab; eine konventionelle Markise beschattet die Hälfte eines Kreises, also 180° (obwohl es schwieriger ist, sich dies vorzustellen, da sie meistens rechtwinklig sind, aus Gründen der leichteren Handhabung, besseren Flächennutzung und kostengünstigeren Produktion).
Auch wenn die 180°-Markisen weniger Fläche bieten, sind sie leichter, erheblich günstiger und oft einfacher aufzubauen als ihre großen Schwestern. Sie tragen am Fahrzeug weniger auf und können auf beengtem Raum aufgestellt werden. 270° bietet mehr Schatten, decken eine Seite und das Heck des Fahrzeugs ab, was praktisch sein kann beim Kochen und Schutz vor Sonne, Regen oder Schnee bietet. Selbsttragende 270°-Markisen werden immer beliebter und verkürzen den Abstand zu den 180°-Markisen in Bezug auf Auf- und Abbauzeiten erheblich.
Aufgrund jahrelanger Erfahrung mit etlichen Markisen unter allen möglichen Bedingungen wussten wir, dass wir vieles in Betracht ziehen mussten, um unseren Lesern das Gesamtbild zu vermitteln. Offensichtliche Merkmale wie Qualität, Fläche, Windanfälligkeit und Langlebigkeit durften nicht fehlen, aber auch Auf- und Abbauzeiten, Wasserablauf und Geräuschentwicklung durch klappernde und flatternde Komponenten waren wichtig. Schließlich wurde jede Markise unter 22 unterschiedlichen Kriterien beurteilt, um sie miteinander vergleichen zu können.
Um eine faire Basis zu schaffen, haben wir alle Markisen am selben Front Runner Dachträger auf unserem Mercedes G-Wagen montiert. Wir wählten dieses Rack nicht nur wegen seiner vielseitigen Montageoptionen, sondern auch weil Front Runner keine 270°-Markisen im Programm führt und somit jegliche Bevorteilung ausgeschloßen war. Montagematerial lieferten die Hersteller oder, auf Empfehlung, Front Runner.
Das Testverfahren beinhaltete viele Einzelschritte, angefangen mit der Inspektion aller Komponenten und Features. Es folgten Aufbau und Besprühen mit Wasser, um das Verhalten bei Regen nachzuempfinden. Gewebe und Nähte wurden auf Wasserdurchlässigkeit untersucht und alle Stellen, an denen sich Wasser sammelte, soweit wie möglich gefüllt, um eine Einsturzgefahr zu ermitteln.




Als nächstes fuhren wir durch die Stadt und über die Autobahn, um die Geräuschkulisse zu beurteilen. Flatternder Stoff, klimpernde Reißverschlüsse, schepperndes Gestänge und pfeifende Fahrgeräusche aufgrund Größe und Form wurden berücksichtigt. Eine zusätzliche Herausforderung für den Lärmpegel waren diverse Wellblechpisten auf dem Weg zum Fotoshooting.


Am Ziel angekommen, maßen wir die Auf- und Abbauzeiten, sowohl mit als auch ohne Stützen. Spannseile ließen wir außen vor, da zu viele Fremdfaktoren zu berücksichtigen gewesen wären: Felsen, harter Untergrund, Form der Heringe usw.
Windfestigkeit und Geräuschentwicklung im Camp prüften wir (a) im tatsächlichen Wind vor Ort und (b) durch manuelles Rütteln und Verbiegen aller Baugruppen der einzelnen Produkte. In welchem Maße Teile sich verformten, ließen wir für die Bewertung außer Acht, da wir es als irreführend verstehen; denn wie bei Flugzeugtragflächen und auch Bäumen ist es oft so, dass die Teile, die sich am stärksten verformen, widerstandsfähiger sind als starre Teile.
BEDIENERFREUNDLICHKEIT
Je komplexer ein Produkt ist, desto mehr Zeit benötigt es für Auf- und Abbau — und desto seltener wirst du es tatsächlich nutzen.
ALU-CAB, SHADOW AWN


DARCHE, ECLIPSE 270


RHINO RACK, BATWING


BUNDUTEC, BUNDU L


EEZI-AWN, BAT 270


Es ist nicht immer einfach, die feinen Unterschiede bei der Beschattung verschiedener Markisen sofort zu erkennen. Betrachtet man sie jedoch von oben, werden die Unterschiede deutlich. Die Markisen von Alu-Cab, Eezi-Awn und Rhino-Rack folgen einem ähnlichen Faltprinzip mit nur einem Satz Tragarme. Dadurch lassen sie sich schnell auf- und abbauen, bieten jedoch etwas weniger Schutz vor Sonne und Regen. Die Modelle von Darche und BunduTec erzielen dagegen eine deutlich größere beschattete Fläche durch einen zweiten Arm, der nach vorne über die Motorhaube ausgeklappt wird. Der Nachteil: Der Auf- und Abbau erfordert einen zusätzlichen Arbeitsschritt, was das System insgesamt komplexer macht.
Shadow Awn | Editor’s Choice
Der einfache Aufbau, das durchdachte Design und die makellose Verarbeitung machen die Shadow Awn zum klaren Sieger im Testfeld.


Exzellente Ausführung
Auch freistehend sehr stabil
Tasche und Reißverschluss ergänzen sich perfekt
Schneller Auf- und Abbau
Innovatives Material
Teuer
Zweitkleinste Schattenfläche



Ursprünglich wurde Alu-Cab in Südafrika gegründet, um Sonderfahrzeuge und Spezialteile für Overlander zu bauen. Ihr “wir bauen, wovon du träumst”-Geschäftskonzept brachte Projekte wie einfache Schubladensysteme und umfangreiche Unimog-Ausbauten hervor. Die Overland-Nische wuchs und Alu-Cab wuchs mit: Für den Massenmarkt schufen sie eine Palette standardisierter Produkte, die sie weltweit versenden konnten—eines davon ist Shadow Awn.
Die Montage dieses Modells ist hinsichtlich Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad kaum zu schlagen. Die Befestigungspunkte sind bereits vorgebohrt, aber du musst zwei Löcher hinten in den Sack analog zur Halterung stechen. Außerdem wird empfohlen, den Haltegurt mit Dachträger, Hartschalenzelt oder Karosserie zu vernieten—worauf wir für diesen Test verzichtet haben.
Die UV-beständige Markise ist ideal dimensioniert, gerade groß genug für einen bequemen Aufenthalt, jedoch nicht so groß, dass sie im Wind flattert. Die robusten YKK-Reißverschlüsse sind groß genug und leichtgängig, ein nicht zu unterschätzendes Detail, denn zu klein dimensionierte Reißverschlüsse sind meist das erste, was kaputt geht.
Südafrikanische Hersteller sind seit jeher für gelungene Designs, aber schlechte Ausführung bekannt; bei Alu-Cab war letzteres nicht der Fall. Gelenkarme, Scharniere und tragende Teile sind nicht nur gut durchdacht, sondern auch mit Sorgfalt gefertigt. Keine scharfen Kanten oder lose Metallspäne; Schweißnähte und Lackierung waren makellos; alles machte einen strapazierfähigen Eindruck: Erstklassige Qualität trotz Massenfertigung, ganz so wie du es von Alu-Cab Sonderanfertigungen erwartest.
Shadow Awn bietet auch kleine Zugaben mit großer Wirkung in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit, wie die im Alu-Gehäuse integrierte Mesh-Aufbewahrungstasche für den Stützfuß; die Spannseile werden im Inneren der Ausleger verstaut, damit sie schnell zur Hand sind. Aber am besten gefiel uns die hochklappbare Stütze, um ein Gefälle im Dach zu bilden, damit Wasser ablaufen kann. Auch das Gewebe ist innovativ: 270 GSM TenCate Alu-beschichtetes Acrylsegeltuch, das die Sonnenstrahlung reflektiert und die Temperaturen unter der Markise reduziert.
Shadow Awn lässt sich leicht auf- und abbauen: der zweitschnellste Aufbau im Test und bei weitem der schnellste Abbau. Mit 9,9 m2 ist die beschattete Fläche die zweitkleinste im Test, aber ausreichend. Zugleich war es die stabilste Markise im Test dank robuster Ausleger und stabiler Gelenke. Selbst freistehend erwies sich die Shadow Awn als windfest (kaum Deflexion), was bedeutet, du wirst sie öfter freistehend nutzen. Wird das Wetter schlechter, kannst du sekundenschnell den alleinigen Stützfuß für mehr Stabilität im Wind errichten.
Die Geräuschentwicklung unterwegs war minimal dank der eng anliegenden Tasche, und der Rütteltest im Camp brachte kein nennenswertes Klappern hervor. Beim Regentest bewährte sich die oben erwähnte Stütze als hocheffektiv, sorgte für schnelles Abperlen und verhinderte jegliche Wasseransammlung auf der Markise.
Natürlich hat Qualität ihren Preis: Mit €1.440 ist Shadow Awn die teuerste Markise im Rennen, aber wenn du sie dir leisten kannst, kann ich sie nur empfehlen.
€1,440 | ALU-CAB.COM | GENESIS-IMPORT.DE
Bundu L
Die Bundu L packt eine große Fläche und fantastische Details in ein leichtes Paket.


PRO
Große Fläche
Ripstop-Gewebe mit silberbeschichteter Rückseite
Robuste Ausführung
Leicht
Selbsttragend
KONTRA
Minderwertige Passgenauigkeit und Finish
Großes Packmaß
Stützfuß muss separat verstaut werden
Stoff beschädigt
Äußerst schwierige Montage



BunduTec produziert seit Jahren innovative Offroad-Produkte, wie elektrisch aufstellbare Dachzelte, in Australien, ist aber erst seit kurzem in den USA erhältlich. Wir hatten das BunduTop Dachzelt getestet und waren nun gespannt auf ihre mittelgroße 270°-Markise
Bundu L wurde konzipiert, um so viele Anwendungen wie möglich abzudecken: durch den Einsatz handelsüblicher Beschläge. Dies hat sicherlich Vorteile, führte aber dazu, dass BunduTec am schwierigsten zu installieren war. Wir mussten 16 Löcher ohne Anleitung oder Schablone bohren: jeweils vier in die beiden T-förmigen Halterungen, vier in den Dachträger und vier weitere in die Markise selbst. Außerdem musst du vier Löcher durch die Schutzhülle stechen, eine Kleinigkeit nach dem ganzen Bohren. Mangelt es dir an Erfahrung und einem zweiten Paar Hände, empfehlen wir die Montage durch einen Profi.
Ist die Bundu L einmal montiert, funktioniert sie prima. Die Markise lässt sich einfach auf- und abbauen dank einem der schnellsten Gurtsysteme, die wir je getestet haben. Zugegeben, Auf- und Abbau dauerten dennoch am zweitlängsten—allein aufgrund des Designs. Während die meisten Markisen über ein einzelnes Scharnier mit einem Satz Ausleger verfügen, besitzt die BunduTec zwei, die es ermöglichen, die Markise weiter Richtung Fahrzeugfront zu entfalten, als sonst üblich. Dafür braucht man etwa länger, muss wieder zurücklaufen, um den zweiten Ausleger zu öffnen, aber die Belohnung ist eine enorm große Fläche von 14,7 m2, die größte im Test. Leider benötigt sie auch das größte Packmaß mit sämtlichen negativen Begleiterscheinungen, die wir zu Beginn unserer Überlegungen aufgezählt haben.
Immerhin hat sich BunduTec bei dem Design etwas gedacht, denn die L ist bei Wind äußerst stabil und erweckt den Anschein, für ein hartes Leben gut gerüstet zu sein. Auch bei starkem Rütteln blieb sie überraschend leise und stellte keine Gefahr für eine gestörte Nachtruhe dar.
Die Regendichtigkeit war hervorragend, dank zweier integrierter, selbsthebender Arme, die den Markisenstoff an zwei Stellen hochziehen, damit Wasser gut ablaufen kann—ähnlich wie Alu-Cab, aber bei BunduTec geschieht dies automatisch, ohne den Stoff zu sehr zu spannen. Die L ist eine von nur zwei Markisen, die einen reflektierenden Stoff verwenden. Ihr 310 GSM Polyester/Acryl-Zeltstoff ist mit silbrigem Polyesterharz beschichtet, der ähnlich reflektierende Eigenschaften wie die Alu-Cab hat.
Leider hatte/bekam der Stoff bereits beim ersten Öffnen einen Riss. So etwas kann passieren, aber es kam uns eher wie ein Mangel vor, da wir in der Aufbewahrungstasche jede Menge Metallspäne fanden, die Kanten waren nur grob geschliffen und die Anweisungen waren bestenfalls unzureichend. Am schlimmsten waren Passgenauigkeit und Finish der Montagewinkel: unterschiedlich in der Größe und nach nur wenigen Wochen im Einsatz schon verrostet.
$1,499 | bundutec.co.za
Eclipse 270
Hochwertige Komponenten, gut durchdacht—und mit einer großen Fläche zum Verlieben.


PRO
Gute Passgenauigkeit und Verarbeitung
Große Fläche
Erschwinglich
Einfache Montage
Selbsttragend
KONTRA
Transporthülle zu eng
Reißverschluss unterdimensioniert
Stützbeine u.U. problematisch



Die Darche Markise war der Joker in unserem Test. Wir hatten praktisch keine Erfahrung mit dem Produkt oder mit der Marke selbst.
Darche ist ähnlich wie BunduTec für unterschiedliche Installationen ausgelegt, aber die Montage verlangte weder viel Zeit noch übermäßige Präzision. Die paßgenauen Universal-Montagewinkel mit sauberen Schweißnähten und einer robusten Pulverbeschichtung wiesen praktische Details auf, wie eine leichte Erhebung nahe dem Scharnier, um Platz für die Kante des Dachträgers zu schaffen. Die Abdeckung hat Öffnungen mit Klettverschluss, um Bauteile in der Schiene zu verstauen. Diese Liebe zum Detail bezeugt den Entwicklungsaufwand.
Die Transporthülle aus 600 GSM PVC ist sowohl optisch als auch haptisch ansprechend. Aber nach den ersten Versuchen war klar, dass sie nicht genügend Platz bot, um die Eclipse aufzunehmen. Trotz präzisen Faltens war sie zu eng und setzte den sowieso schon unterdimensionierten Reißverschluss unnötig unter Spannung. Aus diesem Grund dauerte das Verstauen am längsten. Erfreulicherweise will Darche bei künftigen Modellen mehr Stoff für die Hülle verwenden, damit dieses Problem hoffentlich der Vergangenheit angehört.
Ansonsten war die Qualität sehr gut. Die Ausleger waren sauber verarbeitet, mit glatten, abgerundeten Kanten, die Reißverschlüsse mit Gummizügen ausgestattet und die 260 GSM Ripstop Polyester-Baumwollmischung sah nicht nur toll aus, sondern war auch belastbar.
Wie BunduTec verwendet die Eclipse zwei Scharniere und bietet den zweitgrößten Schutz: 11,4 m2 schattenspendende Fläche. Bei guten Wetterverhältnissen kann sie frei aufgestellt werden, besitzt aber drei integrierte Standbeine für leichten Wind sowie drei weitere, die im Fahrzeug aufbewahrt werden, für den Fall, dass es ungemütlich wird. Die Standbeine sind leicht zu handhaben, aber ich fand es lästig, mich bücken zu müssen, um sie zu teleskopieren, damit sie verstaut werden können: Es verlängert die Auf- und Abbauzeiten und ist für jeden mit einem Rückenleiden beschwerlich.
Windgeräusche unterwegs waren minimal, der Rütteltest war ebenfalls geräuscharm. Die Regendichtigkeit war ok, ohne Lecks im Stoff oder an den Nähten. Allerdings müssen die Beine richtig montiert und gesichert werden, sonst drohen sie sich unter dem Gewicht der Wassermassen wieder zusammenzuschieben, was die Spannseile lockert und die Stabilität beeinträchtigt.
Bezogen auf Gesamtfläche, Qualität und Liebe zum Detail hat uns der Preis überrascht: Die Eclipse ist die zweitgünstigste Markise im Test und die günstigste selbsttragende—mit €1.200 ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis; und sie gewann beinahe unseren Value Award aufgrund ihrer positiven Eigenschaften. Jedoch war die zu knapp bemessene Transporthülle nicht zu übersehen, was sie, wenn auch nur knapp, den ersten Platz kostete.
€1.200 | darche.com.au | xp-edition.eu
BAT 270
Suchst du eine leichte Markise mit hervorragender Passform und Verarbeitung, dann könnte die Bat deine Lösung sein.


PRO
Hervorragende Passform und Verarbeitung
Kürzeste Aufbauzeit
Leichteste Markise im Test
Selbsttragend
Problemlose Montage
KONTRA
Klappergeräusche unterwegs und im Camp
Stauwasser



Eezi-Awn produziert seit über 36 Jahren hochwertige Overland-Ausrüstung. Bewährte Designs und Materialien haben ihnen viele treue Kunden weltweit beschert, aber mit fortschreitender Technologie bei Markisen und Zelten waren wir neugierig zu sehen, wie die Bat sich im Test verhält
Die Montage war dank Eezi-Awns integriertem Schienensystem und Front Runners Spezialhalterungen kinderleicht, mit einfachen Werkzeugen in Minutenschnelle. Sogleich konnten wir die Markise öffnen und uns ein Bild von der Qualität machen. Wie erwartet, waren Passform und Verarbeitung exzellent, hochprofessionelles Finish an allen Ecken, Kanten und Oberflächen. Der Stoff wies keine Zeichen von Abnutzung oder Schäden auf und alles funktionierte einwandfrei.
Den Aufbau der Markise können wir mit Fug und Recht als mühelos beschreiben: nur 47 Sekunden, die schnellste Zeit im Test. Diese überraschende Zeit ist ein großer Vorteil für die Bat, aber du wirst oft mehr Zeit einplanen müssen, da die eloxierten Ausleger ohne Stützbeine keine kräftigen Windböen aushalten. Zum Glück keine große Sache: Um die Stützen aufzustellen, benötigten wir nur 24 zusätzliche Sekunden. Sie wieder zu verstauen, dauerte allerdings länger, denn sie werden einzeln in die jeweiligen Ausleger geklappt, in die Metallschiene geschoben und dann mit einem integrierten Knauf gegen Verrutschen gesichert. Damit war die Abbauzeit noch länger als die von BunduTec, einer Markise mit zwei Scharnieren und fast doppelt so viel Fläche.
Stichwort Beschattung: Die Bat hat mit 8,2 m2 von allen fünf Markisen die kleinste Fläche. Dafür ist sie am Fahrzeug äußerst kompakt und mit knapp 21 kg ein echtes Leichtgewicht. Ideal für alle, die auf die Gesamtdachlast achten müssen.
Im Regentest erwies sich der 260 GSM Stoff als komplett wasserdicht, so wie von Eezi-Awn angegeben. Aber ohne Gefälle und der Möglichkeit, die Markise zu neigen, sammelte sich Wasser vor den Kanten. Schließlich sammelte sich genug Wasser, so dass es ablaufen konnte, aber Pfützen auf dem Dach ließen sich nicht vermeiden.
Während des Straßentests produzierte die Bat nur sehr wenig Windgeräusche, aber bei Bodenwellen und Schlaglöchern klapperten die Stützbeine lose in der Tasche. Ähnlich geräuschvoll war der Rütteltest im Camp, was in stürmischen Nächten sicherlich nicht allzu angenehm ist.
$1,300 | eezi-awn.com
Batwing | VALUE AWARD
Innovative Eigenschaften, niedriger Preis und schmerzfreier Auf- und Abbau kürten die Batwing zum Favoriten.


PRO
Einfache Handhabung
Leicht
Tasche und Reißverschluss perfekt aufeinander abgestimmt
Gut durchdachtes Design
Einfache Montage
Gute Verarbeitung
KONTRA
Nicht selbsttragend



Auf Rhino-Racks Webseite stellt sich das Unternehmen kurz vor und beschreibt seine Produkte mit zwei Adjektiven: strapazierfähig und benutzerfreundlich. Äußerst passend verkörpern diese Eigenschaften perfekt die Batwing Markise.
Einleitend möchte ich erwähnen, dass die Batwing bei weitem die erschwinglichste Markise im Feld ist. Mit €686 kostet sie nur halb so viel wie Alu-Cab oder BunduTec und ist 35% günstiger als Darche. Trotz dieses enormen Preisgefälles konnte sie uns von Anfang an begeistern.
Die Montage war super einfach: Es dauerte nur wenige Minuten, die Halterungen anzubringen und die Rhino-Rack mit Schrauben durch die integrierte Schiene zu sichern. Die äußerst robuste PVC-Aufbewahrungstasche war ausreichend dimensioniert und der Reißverschluss leichtläufig. Die Frage, ob alles problemlos hineinpasste, stellte sich gar nicht erst. Die Batwing ließ sich am leichtesten verstauen und mit am angenehmsten nutzen.
Passgenauigkeit und Finish waren Top, ohne Anzeichen von Metallspänen oder Abnutzung durch den Versand. Das Design war kreativ und durchdacht, mit kleinen Details, von denen du gar nicht wusstest, dass du sie brauchtest, bis du sie gesehen hast. Zum Beispiel sichert beim Verstauen eine Reihe von Magneten die Ausleger am Gestell; so hast du beide Hände frei, um die Markise zu falten und die Gurte anzulegen. Den Reißverschluss schützt eine zusätzliche PVC-Klappe vor Dreck, Fliegen und Staub. Und dann die Stützbeine, die ebenfalls einen Drehverschluss zum Arretieren nutzen—aber oben, nicht unten. Du musst dich also nicht bücken, um die Höhe zu verstellen. Die Stützen lassen sich auch in voller Höhe einklappen und verstauen, damit du sie nicht bei jedem Aufbau nein einstellen musst. Allein deswegen schon war die Batwing nicht nur herrlich bequem in der Handhabung, sondern auch inklusive aller vier Stützbeine am schnellsten aufgebaut; sogar noch zwei Sekunden schneller als Alu-Cab mit nur einer Stütze. Dass sie soviel in die Entwicklung der Stützbeine investiert haben, macht Sinn, denn Batwing ist als einzige Markise im Test nicht selbsttragend.
Die Geräuschbelastung unterwegs war minimal, dank des schmalen Profils, und es gab kaum Klappergeräusche bei Wind oder im Rütteltest. Mit 21,4 kg Gewicht ist sie kaum schwerer als Eezi-Awns Bat.
Im Regentest verhielt sich die Batwing gut, denn sie lässt sich schräg stellen, damit Wasser ungehindert abfließen kann. Auch wenn wir Stauwasser forcierten, wies das 210D Ripstop Material keinerlei Lecks auf. Tatsächlich war es die einzige Markise im Test, bei der es weder durchs Gewebe noch an den Nähten tropfte. Der Stoff ist zudem schimmelresistent, UV50+ geprüft, wird vom Cancer Council Australia empfohlen—und von jedem Verkauf fließt ein Anteil in die Krebsforschung.
€686 | rhinorack.com
Vor fünf Jahren war die Auswahl an 270°-Markisen in Nordamerika noch dürftig, aber ihre Beliebtheit führte bald zu einem Wettrennen unter den Herstellern und einer Vielfalt an Innovation. Dieser schnelle Zuwachs macht es um so schwieriger, die Spreu vom Weizen zu trennen. Unser Test offenbarte, dass, im Gegensatz zu vielen anderen Produkten, die wir unter die Lupe nehmen, Preis und Eigenschaften der Markisen nicht grundsätzlich etwas über Qualität oder Handhabung aussagten. Kleine Details wie die falsche Wahl eines Reißverschlusses oder das zu geringe Taschenmaß können die Benutzerfreundlichkeit stark beeinträchtigen und somit den Wettbewerbsvorsprung zwischen den teuersten und erschwinglichsten Markisen verringern.
Ich ging davon aus, es würde mir am schwersten fallen, den Editor’s Choice Award zu vergeben; wie sich aber herausstellte, war der Value Award eine größere Herausforderung: Die Konkurrenz war intensiv, die beiden Anwärter waren Darche Eclipse und Rhino-Rack Batwing. Beide bieten sehr viel für ihr Geld und haben ihre ganz eigenen Stärken und Schwächen.
Die Darche bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter den 270°-Markisen. Die Verarbeitung ist gut, die Materialien sind von hoher Qualität und die Ausleger stabil genug, um selbst bei schwachem Wind frei zu stehen. Sie war geräuscharm, sah am Fahrzeug gut aus und dank zweier Scharnier beschattete sie die zweitgrößte Fläche im Test. Leider kippten ein paar Mängel die Entscheidung in Richtung Batwing, am signifikantesten waren die zu knapp bemessene Tasche und der unterdimensionierte Reißverschluss. Obwohl wir uns Tutorials ansahen und die Anweisungen genau befolgten, lagen unsere Chancen, alles ordentlich zu verstauen, jedes mal bei 50:50; und wenn wir endlich erfolgreich waren, machte der Reißverschluss Probleme. Mit der neu angekündigten, größeren Tasche hätte es vielleicht anders ausgesehen, aber ohne sie getestet zu haben, konnten wir Darche den Titel nicht verleihen.
Der Value Award ging also an die Batwing. Eine verdiente Siegerin. Obwohl sie als einzige Markise im Test nicht selbsttragend, waren Auf- und Abbau der Batwing so einfach und bequem, dass dieses Manko uns nicht störte: Für die Batwing brauchten wir mit vier Standbeinen nur zwei Sekunden länger als bei Darche ganz ohne, und das Verstauen ging am schnellsten (mit einer Ausnahme: Alu-Cab). Benutzerfreundlichkeit zog als roter Faden durch—von den Magneten, welche die Ausleger hielten, über die schützende Reißverschlussabdeckung, bis zu den Stützbeinen, die du in voller Höhe verstauen und ohne Bücken verstellen kannst. Auch die Dichtigkeit der Nähte des UV-beständigen Markisenstoffs war unschlagbar. Die größte Schwäche der Batwing ist ihr fehlender Windwiderstand, so dass Spannseile in kaum mehr als einer leichten Brise erforderlich waren. Lästig, aber nur halb so teuer wie unsere Editor’s Choice und daher unwesentlich.
Der Editor’s Choice Award geht an jenes Produkt, das wir selbst unabhängig vom Preis wählen würden. Während andere Markisen hinsichtlich Innovation, einfacher Handhabung oder Qualität mithalten konnten, verkörperte keine alle drei Punkte gleichzeitig—so wie Alu-Cab Shadow Awn.
Bei dieser Markise ist einfach alles gut durchdacht und beruht auf jahrelanger Erprobung und Praxiserfahrung. Tasche und Reißverschluss sind perfekt aufeinander abgestimmt, um das Profil am Fahrzeug so schlank wie möglich zu halten und trotzdem genug Stauplatz zu bieten. Die Ausleger waren die stabilsten im Test und ermöglichten den selbsttragenden Einsatz unter vielfältigen Bedingungen; und die Einzelstütze mit integriertem Spannseil war einfach intuitiv. Ich war von dem TenCate aluminierten Acrylgewebe zur Wärmereduktion überzeugt, ebenso von der integrierten Stütze für den Wasserablauf bei Regen.
Aber vor allem sprach für Alu-Cab das generelle Feeling: Du kannst die Shadow Awn bei jedem Wind und Wetter nutzen; der Aufbau war schnell, einfach und hat Spass gemacht. Ich würde sie selbst für eine kurze Kaffeepause aufbauen—und das schließlich ist die eigentliche Bewährungsprobe für ein solches Produkt, habe ich recht?
Kleine Details wie die Wahl der Reißverschlüsse oder die Größe der Transporthülle können die Alltagstauglichkeit erheblich beeinflussen und gleichen damit die Unterschiede zwischen den günstigsten und teuersten Markisen im Test teilweise wieder aus.
Alu-Cab und Rhino-Rack Markisen nahmen die Editor’s Choice und Value Awards mit nach Hause, aber eigentlich waren alle im Test gut. Suche aus, was am besten zu dir passt, und erfreu‘ dich daran.

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