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Die Dakar Rally 2026 hat ein Ergebnis geliefert, das vor zwölf Monaten kaum jemand erwartet hätte. In erst ihrem zweiten Auftritt beim härtesten Offroad-Rennen der Welt haben die Dacia Sandriders den Gesamtsieg geholt. Nasser Al-Attiyah und Fabian Lurquin führten die Rally von Beginn an an und sicherten den Erfolg auf der letzten Etappe in Saudi-Arabien.
Nach fast 8.000 Kilometern durch Wüste, Fels, Dünen und Hochgeschwindigkeits-Pisten lagen das katarisch-belgische Duo am Ende knapp zehn Minuten vor dem Rest des Feldes. Entscheidend war jedoch nicht der Vorsprung, sondern die Konstanz dahinter: Alle vier Dacia-Crews erreichten das Ziel – alle innerhalb der Top Elf.
In der modernen Dakar ist das kein Zufall. Es ist Kontrolle.

Der letzte Tag rund um Yanbu versprach wenig Drama. Al-Attiyah und Lurquin starteten mit über 16 Minuten Vorsprung in Stage 13 und fuhren entsprechend defensiv. Die Organisatoren warnten vor engen Schotterpassagen im bergigen Gelände, und das führende Duo behandelte die Etappe eher als Überlebensprüfung denn als Sprint.

Sie beendeten die Stage auf Rang 36, ließen schnellere Fahrzeuge passieren und gingen kein Risiko ein. Das Ergebnis: ein ruhiger, fast unspektakulärer Sieg mit 9 Minuten und 42 Sekunden Vorsprung – ein professioneller Abschluss einer Rally, die längst durch Strategie gewonnen war.
Dahinter blieb der Kampf um das Podium bis zum Schluss offen.
Sébastien Loeb und Édouard Boulanger gingen mit nur 29 Sekunden Rückstand auf Rang drei in die letzte Etappe. Für einen Fahrer, der der Dakar seit Jahren hinterherjagt, ein seltener Moment der Verwundbarkeit.
Sie gaben alles, verpassten den Etappensieg um acht Sekunden, doch es reichte nicht. Platz vier, nur 37 Sekunden hinter dem Podium, war frustrierend, aber sinnbildlich für eine Rally, die von Reifenschäden und Zeitverlusten geprägt war – nicht von mangelndem Tempo.
Lucas Moraes und Dennis Zenz, erstmals gemeinsam für Dacia unterwegs, beendeten ihre erste Dakar auf Rang sieben. Ein solides Ergebnis für ein Duo, das sich auf diesem Niveau noch einfindet.
Cristina Gutiérrez und Pablo Moreno verbesserten sich am letzten Tag auf Platz elf und komplettierten damit ein geschlossenes Dacia-Ergebnis im oberen Bereich der Gesamtwertung.
Keine Ausfälle. Kein Chaos. Vier Autos im Ziel.
Über 13 Etappen hinweg holten die Sandriders zwei Etappensiege und fielen nur einmal aus den Top Drei der Gesamtwertung. Das Terrain bot alles, was die Dakar ausmacht: steinige Tracks, weiche Dünen, schnelle offene Abschnitte und lange Navigationstage, an denen Konzentration wichtiger war als Geschwindigkeit.
Auffällig war nicht Aggressivität, sondern Zurückhaltung. Al-Attiyah und Lurquin mussten selten angreifen. Wenn andere patzten, festigten sie ihre Position. Wenn es schwierig wurde, blieben sie ruhig.
In einer Rally, in der technische Defekte und Navigationsfehler mehr entscheiden als Motorleistung, wirkte das Dacia-Programm bemerkenswert stabil – für ein Team, das noch am Anfang steht.

Für Al-Attiyah war es vertrautes Terrain. Der Sieg 2026 ist sein sechster Dakar-Erfolg und der dritte seit dem Umzug nach Saudi-Arabien. Kaum ein Fahrer vereint in der Rally-Raid-Welt so sehr Erfahrung und Aktualität.
Für Lurquin hingegen war es ein ganz anderer Moment.
Nach drei Podiumsplätzen in den Vorjahren – Zweiter 2022 und 2023, Dritter 2024 – gelang ihm nun der erste Gesamtsieg und zugleich der erste Dakar-Erfolg eines belgischen Navigators in der Autoklasse. Persönlich wie historisch ein Meilenstein.
Der wichtigste Aspekt dieses Erfolgs ist vielleicht nicht der Sieg selbst, sondern die Art und Weise, wie er zustande kam.
Dacia kam als Neuling zur Dakar, ohne die jahrzehntelange Erfahrung von Teams wie Toyota, Prodrive oder Audi. Und doch stehen sie nach nur zwei Saisons als Dakar-Sieger und vierfache W2RC-Champions da.
Das ist mehr als ein Einzelerfolg.
Es deutet auf ein Programm hin, das auf Struktur basiert: Logistik, technische Tiefe und eine Fahrerauswahl, die auf Erfahrung statt auf Marketing setzt.
Dass alle vier Fahrzeuge in den Top Elf landeten, sagt mehr aus als jeder Pokal.
Das war kein einzelner Glückslauf. Das war ein funktionierendes System.

Die Dakar bleibt der ultimative Stresstest im Motorsport – nicht für Geschwindigkeit, sondern für Ausdauer, Systeme und die Fähigkeit, Fehler zu vermeiden, wenn andere daran scheitern.
2026 hat Dacia nicht nur überlebt.
Sie haben das Rennen dominiert.