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Cook · Frei zugänglich

SKOTTI – Die Patina erzählt die Geschichte

Mike Brailey 7 min read
Würstchen und Hähnchen auf einem viel genutzten SKOTTI Gasgrill.

Dieser Artikel entstand aus einem längst überfälligen Produkttest, dem eine schier endlose Flut von Werbung in meinem Facebook- und Instagram-Feed schließlich den nötigen Anstoß gab. Doch hier liegt der Unterschied: Beworbene Videos und zeitlich befristete Rabatte mögen dem Hersteller nützen, aber die brandneuen, glänzenden Produkte erzählen nur die halbe Geschichte. Und so sitzen wir hier, mit einem SKOTTI Grill, der schon einige Runden um die Sonne hinter sich hat und dem man den Langzeittest auf den ersten Blick ansieht.

Die Hitzespuren fallen wohl als Erstes ins Auge—ganz im Gegensatz zu den kurzlebigen Erlebnisposts im Netz. Ein zarter, strohfarbener Schimmer zieht sich über sämtliche Flächen. Bei einem neuen Grill würde man das als Makel lesen. Bei diesem hier liest es sich wie ein Logbuch. Würstchen auf einem Alpenpass. Hähnchenschenkel im Garten unter einem Schirm, damit der Regen nicht bestimmt, was es zum Abendessen gibt. Babykartoffeln (auch Grenailles oder Drillinge), öfter als ich zählen kann … sie sind zur festen Beilage geworden, weil sie so unkompliziert sind und jeder sie liebt.

Ich wollte dem SKOTTI die Chance geben, mich zu überzeugen, denn Stefan hat mir bei so mancher Gelegenheit von seiner Begeisterung erzählt, und ich kenne niemanden, der mehr Grills besitzt als er. Es scheint, als würde er von jeder Reise und jeder Messe mit einem neuen Must-have-Grill zurückkehren. Und doch bleibt der SKOTTI trotz all der neuen Ausrüstung ein fester Bestandteil seines Vans.

Wie bei allen guten Produkten stand am Anfang ein Problem, das nach einer Lösung verlangte. In diesem Fall war es die Antwort eines Anglers auf die Frage, wie man offenes Feuer dort einsetzen kann, wo es nicht erwünscht ist. Das Ergebnis ist einem Paket, das in die Türablage eines Autos oder in eine Packtasche passt: Neun Teile aus 1,1 mm starkem Edelstahl, nirgends auch nur eine Spur von Kunststoff und aufgebaut in der Zeit, die man braucht, um eine ebene Fläche zu finden. Dieses Versprechen hat sich bewahrheitet. Nach mehreren Jahren im Einsatz und unzähligen Mahlzeiten wollte ich wissen, ob auch der Rest standhält.

Der Aufbau ist wirklich intuitiv und geht mit jedem Mal schneller, auch wenn es mir mittlerweile egal ist, ob es vierzig oder neunzig Sekunden dauert. Wenn ich zum Kochen aufbaue, gehört das einfach zur Vorbereitung, so wie das Befüllen des Wasserkochers zum Teekochen gehört. Countdown beendet: Zündung. Am Ende des Brennerrohrs befindet sich eine Zündöffnung, die ein Feuerzeug sauber beim ersten Versuch annimmt. Ein wichtiges Detail, denn alles Weitere an diesem Grill hängt von diesem kleinen ersten Erfolg ab.

Wo ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft hatte, war die Wärmeverteilung. Entlang des Brennerrohrs zeigt sich ein deutliches Gefälle: am heißesten dort, wo das Gas eintritt, kühler zum anderen Ende hin. Ein Detail, das die Website des Herstellers als etwas beschreibt, das man bei diesem Grilltyp einfach hinnehmen muss. Nach einiger Zeit lernte ich, das als Vorteil zu sehen: am heißen Ende scharf anbraten, dann das Fleisch weiterschieben, um es warmzuhalten und fertig zu garen, während das nächste Stück anbrät. Eine Technik, die einem der Grill regelrecht beibringt, sobald man aufhört, dagegen anzukämpfen … auch wenn ich zugeben muss, dass die Grillfläche nicht groß genug ist, um aus diesem Zwei-Zonen-Ansatz mehr als einen bescheidenen Kniff zu machen statt echter Finesse. Wie viel Hitze man tatsächlich bekommt, hängt zudem davon ab, wie voll die Kartusche ist. Mit sinkendem Gasvorrat sinkt auch der Druck, und Geduld wird Teil des Rezepts, besonders gegen Ende einer Kartusche.

Doch all das hat die Ergebnisse nicht geschmälert. Die Kartoffeln, in Öl gewendet mit Rosmarin, Knoblauch und einer ordentlichen Prise frisch gemahlenem Pfeffer, dann leicht Farbe und Blasen ziehen lassen, sind mittlerweile fast schon ein Ritual. Würstchen, Rind, Schwein, Hähnchen: mit ein wenig Übung im Lesen des Temperaturgefälles kommt alles zart und richtig angebraten vom Grill, ohne die Verkohlung oder Trockenheit, die eine unkontrollierte Flamme mit sich bringt, sobald man kurz nicht aufpasst. Eine flache Pfanne auf dem Rost eröffnet ein ganz neues Register, bis hin zu einem vollständigen englischen Frühstück mit Bacon, Eiern, Champignons, Blutwurst und Zwiebeln, womit dieser Grill nicht mehr nur für Mittag- und Abendessen taugt, sondern auch für das, was viele die wichtigste Mahlzeit des Tages nennen. Ich habe einmal versucht, Wasser für Kaffee zu erhitzen, die Idee aber schnell wieder verworfen. Das Brennerrohr ist länger als der Durchmesser jeder Kanne, sodass der Großteil der Flamme eher die umgebende Luft erwärmt als das Wasser … reine Gasverschwendung für einen Kaffee, den ich auch anders zubereiten kann.

Babykartoffeln mit Rosmarin und Knoblauch in einer Schale auf dem SKOTTI Gasgrill.
Babykartoffeln mit Rosmarin, Knoblauch, Öl und Pfeffer sind mittlerweile zu einem echten SKOTTI-Ritual geworden: Sie sind einfach vorzubereiten, unkompliziert zu grillen und haben ausreichend Zeit, um eine schön Farbe und Röstaromen zu bilden.

Der SKOTTI ist in seiner einfachsten Form ein Gasgrill—und er verhält sich auch so. Wie jede Gasflamme duckt sich die kleine Flamme bei kräftigem Wind, und ich habe mich damit abgefunden, mir aus dem, was gerade zur Hand ist (eine Zarges-Kiste, das Auto selbst), einen Windschutz zu bauen, statt das als spezifisches SKOTTI-Problem zu betrachten. Die reine Gasnutzung hat aber auch den Vorteil, dass man dort kochen kann, wo offenes Feuer ein echtes Risiko wäre, vorausgesetzt, die örtlichen Vorschriften erlauben es: Manche Feuerverbote gelten für jede Art von Flamme, Gas eingeschlossen. Es lohnt sich also, das vorher zu prüfen, statt sich blind darauf zu verlassen. Trockenes Gestrüpp, Regionen mit Feuerverbot im Hochsommer oder Böden, bei denen man bei Kohle zweimal nachdenken sollte—auch ein geschlossener Brenner verdient denselben Respekt gegenüber dem Ort, an dem man gerade steht.

Die Reinigung war noch nie eine Aufgabe, über die es sich zu beschweren lohnt. Hartnäckig Angebranntes löst sich mit etwas Stahlwolle und ein wenig Kraft, und der Stahl steckt diese Behandlung klaglos weg. Diese Widerstandsfähigkeit zieht sich durch die gesamte Konstruktion. Nach Jahren regelmäßiger Nutzung gibt es nirgends auch nur den Ansatz eines Verzugs. Alles sitzt noch genau so, wie es konstruiert wurde, und lässt sich noch immer auf- und abbauen wie am ersten Tag. Die Hitzespuren, die Patina, die man auf jedem Foto eines dieser gut benutzten Grills sieht, sind genau das, was SKOTTI selbst als zu erwarten beschreibt: rein optisch, nicht strukturell. Dem Konstrukteur zur Ehre gibt es keine Nähte oder Scharniere, die klemmen oder festsitzen könnten. Einfacher geht es nicht.

Bei der Portabilität rechtfertigt sich das Design am überzeugendsten. Flach zusammengefaltet in seiner eigenen Tasche hat es wirklich Laptop-Format, und das Gewicht war bei motorisierten Fortbewegungen nie ein Thema … egal, ob Auto oder Motorrad. Bei einer Fahrradtour, bei der jedes Gramm gegen die eigene Muskelkraft aufgewogen wird, würde ich zweimal überlegen, und auf eine Fernwanderung mit dem Rucksack würde ich ihn gar nicht erst mitnehmen.

Mit €169 für das Grundset inklusive Tasche, aber ohne Zubehör, liegt der Preis angesichts einer über Jahre bewährten Einsatzbilanz ohne strukturelle Schäden in einem Bereich, den man kaum anders als fair bezeichnen kann.

Dieses Urteil zum Preis-Leistungs-Verhältnis bezieht sich auf das Set, wie ich es genutzt habe, nicht zwangsläufig darauf, wie es heute ausgeliefert wird. Auf der aktuellen SKOTTI-Website hat sich aus dem einfachen, abgewinkelten Auffangblech, mit dem ich gearbeitet habe, eine richtige Schale entwickelt, die sich mit Wasser oder Sand befüllen lässt. Ein sinnvolles Update, das sich für mich liest, als höre das Unternehmen weiterhin auf seine früheren Kunden, statt mit jeder Neuerscheinung nur neue Kunden zu jagen. Auch das Zubehörsortiment ist inzwischen breiter geworden: Bundles, Erweiterungen, manches davon, wie ich vermute, gezielt darauf ausgelegt, bestehende Besitzer zurückzuholen, statt nur Neukunden zu gewinnen. Ich habe davon noch nichts ausprobiert und wage daher keine Aussage darüber, ob sich die Ausgabe lohnt. Was ich jedoch sagen kann, ist, dass sich das Basisgerät für sich genommen als ausreichend erwiesen hat: für Zwischenstopps über Nacht, spontane Treffen mit Freunden oder Familie oder ein ganz gewöhnliches Grillen an einem Dienstagabend im Garten—unabhängig von Jahreszeit oder Wetter und ohne dass es etwas anderes braucht als Gas.

Der Ruf, den sich dieser Grill über die Jahre erworben hat, erweist sich bei genauem und wiederholtem Gebrauch als zutreffend. Er hält, was er verspricht, und die Patina beweist es.

ab €169 | skotti-grill.eu

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Written by

Mike Brailey

Born in the UK, Mike went to school in England and France before hiking across most of Europe in his early twenties. With a background as a photographer and engineer in the automotive industry, he has worked in Europe, the Middle East, South Africa, Southeast Asia and the Americas. His heart beats for classic cars and motorcycles, favouring an expedition equipped 1963 Land Rover Series IIA for overlanding. He is an outdoor enthusiast and, in 2016, followed his vocation to become an adventure journalist.

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