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ENDE
Ride

Sky Adventure Race 2026. Savur, Mardin: Diese Region ist einen Abstecher wert.

Written by Thomas Pfister 8 minute read
Ein Motocross-Fahrer springt während des Sea to Sky Enduro-Rennens in der Türkei über einen Hang, während in der Nähe Rinder grasen.

Der Südosten der Türkei ist auf den Standard-Routenkarten der meisten europäischen Motorradfahrer nicht verzeichnet. Das ist ein Planungsfehler, den es zu korrigieren gilt—Sky Adventure Race, das am 2. und 3. Mai 2026 zum ersten Mal in Savur in der Provinz Mardin stattfand, war ein guter Anlass dafür.

Die Veranstaltung ist das einzige Motorradrennen im Abenteuerstil in der Türkei. Organisiert wird sie vom türkischen Ministerium für Jugend und Sport, den Gemeinden Mardin und Savur und dem türkischen Motorradverband TMF. Dieses Engagement spiegelt sowohl die Ernsthaftigkeit des Vorhabens als auch die klare Absicht wider, das Rennen als jährlichen Fixpunkt zu etablieren. Nach dem Rennen von 2026 ist dieser Ehrgeiz durchaus begründet.

Das Rennen—ein Muss

Das Format ist einfach. An zwei Tagen bewältigten die Teilnehmer drei Zeitetappen über jeweils rund 150 Kilometer in bergigem Gelände im Enduro-Stil. Die Strecken führten auf die Hochebene von Tur Abdin hinauf, stiegen durch Flussschluchten hinab und schlängelten sich durch Steindörfer, die schon Jahrhunderte vor der Erfindung der Straße existierten. 32 Fahrer aus der ganzen Türkei nahmen teil und traten in verschiedenen Kategorien gegeneinander an—von leichten Einzylinder-Maschinen bis hin zu größeren Adventure-Bikes, wie sie in europäischen Garagen zu finden sind.

Am ersten Tag regnete es. Das machte die Strecke rutschiger und verlieh der Landschaft deutlich mehr Dramatik—beides war durchaus willkommen. Die Fahrer hatten in Savur keine einfachen Bedingungen erwartet, und das Gelände hielt, was es versprochen hatte: Es war technisch anspruchsvoll und visuell atemberaubend—und ganz ohne die sterile Infrastruktur einer Rundstreckenveranstaltung. Hier gibt es keine Tribünen oder Lautsprecheranlagen, deren Schall vom Beton widerhallt. Austragungsort sind die Berge.

Die Organisatoren haben verstanden, dass die Strecke selbst Teil des Konzepts ist. Die Etappen nutzten die Landschaft nicht einfach als Kulisse, sondern führten so durch sie hindurch, dass die Fahrer den Charakter der Region hautnah erleben konnten: die Weite der Täler, die Abgeschiedenheit der Bergrücken und die Nähe zu Dörfern, in denen sich das Leben seit Generationen weitgehend unverändert abspielt. Mehrere Teilnehmer berichteten im Nachhinein, dass sie während der Etappe angehalten hätten—nicht, weil ihre Maschinen versagt hätten, sondern weil die Aussicht es erforderte. Das hört man nicht oft nach einem Rennen. Das sagt etwas darüber aus, wo dieses Rennen stattfindet.

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